Euprera 2013 Jahreskonferenz zum Thema „Strategic Public Relations“

So schnell wie die Zeit vergangen ist, lohnt sich mein Rückblick auf die Jahrestagung der Euprera 2013 #euprera2013 in Barcelona eigentlich nicht mehr. Dennoch sollte die inhaltlich sehr spannende Konferenz nicht unerwähnt bleiben. Insbesondere zum Thema Online-Kommunikation konnte ich viele Anregungen mitnehmen, obwohl das Konferenzthema eigentlich „Strategic Public Relations. Public Values and Cultural Identity“ hieß. Zugegebenermaßen lässt sich darunter Vieles fassen, was einige Vortragende auch ausreizten, aber die Dominanz von Schlagwörtern wie Social Media und Partizipation war überwältigend. Das erklärt wenigstens, warum Einige das Thema für überbewertet halten und mit den Augen rollen, wenn ich Ihnen mein Dissertationsprojekt vorstelle. Was gerade diese Kritiker aber nicht machen sollten ist, das Kind mit dem Bade auszukippen und die spannenden Erkenntnisse dieses Themenfeldes zu ignorieren. Viele der Vorträge in Barcelona führten mir genau das vor Augen.

Besonders überzeugt hat mich die Präsentation zum Thema „New Modes of Participation in Online-PR: Understanding Texto-Material Networks“ von Peter Winkler (FHWien University of Applied Sciences of WKW, Austria) und Stefan Wehmeier (Ernst-Moritz-Arndt University of Greifswald, Germany). Anders als viele vorschnelle Hype-Untersuchungen, haben sich die beiden Forscher um eine angemessene theoretische Fundierung bemüht und dabei mit ihrem Konzept der „Texto-Material Networks“ einen interessanten Perspektivenwechsel vorgeschlagen. Ich bin schon auf weitere Veröffentlichungen dazu gespannt.

Eine Erweiterung meiner Perspektive ermöglichte mir auch der Vortrag „Social Media and Juridical Constraints: Possibilities and Limitations of Digitised Governmental PR in Germany“ von Jan Niklas Kocks und Juliane Raupp (Freie Universität Berlin, Germany). Am Beispiel der politischen Kommunikation führten sie den Zuschauern vor Augen, dass in der neuen partizipativen Online-Welt längst nicht alles möglich bzw. unreglementiert ist.

Ein Poster, von dem ich gerne mehr in Form einer Präsentation gehört hätte, kam von Christopher Ruehl und Diana Ingenhoff (University of Fribourg, Switzerland) und hatte den Titel „Public relations in social media: Changing the perspectivetowards stakeholder needs“. Diese Erweiterung des Forschungsfokus Strategischer Kommunikation um die Rezipientenseite erachte ich als sehr wichtig. Dennoch bleibt sie gerade bei relativ neuen und per se komplexen Medien bzw. Kommunikationsplattformen wie den Social Media zu schnell außen vor. Hier schließt auch mein Fazit aus dem Vortrag „A Reputation Measurement Model for Online Measurement Models for Online Stakeholders: Concepts, Evidence and Implications” von Stefania Romenti (IULM University, Italy); Chiara Valentini, (Aarhus University, Denmark); Grazia Murtarelli ( IULM University, Italy) und Eleonora Cipolletta (Bologna University & Hagakure, Italy) an. Die Forschergruppe stellte ein ansprechendes und komplexes Modell zur Analyse von Online-Stakeholdern vor, das wichtige Differenzierungen einführte, die oft vernachlässigt werden.

Insgesamt konnte ich aus der Konferenz neben den Eindrücken einer wunderschönen Stadt im fast sommerlichen Herbst also eine Perspektiverweiterung mitnehmen. Social Media scheinen in der PR-Forschung weiterhin en vogue zu sein. Aber anstatt sich rein auf deskriptive Beschreibungen zu konzentrieren, die nicht mehr aussagen als welche Organisation was in welchem Umfang macht, wird ein breiteres Verständnis zugrunde gelegt. Dabei ist sowohl das Endprodukt der Kommunikation näher zu untersuchen als auch die Rezipientensicht.

Anne Linke Leipzig Social Media

Mein Vortrag auf der Euprera Konferenz trug übrigens den Titel „Talking with or at stakeholders? An empirical investigation of architectures of listening and structures for dialogue in the social web build up by organisations“ und wird demnächst auch auf Slideshare zu sehen sein.


Über Anne Linke

Studium der Kommunikations- und Medienwissenschaft mit Schwerpunkt Kommunikationsmanagement/PR und Soziologie an der Universität Leipzig und der Universitat de Valencia, Spanien. Praktika und freie Mitarbeit in den Bereichen Public Relations, Controlling, Strategisches Management und Unternehmenskommunikation. Seit April 2010 Inhaberin des Promotionsstipendiums der Fink & Fuchs Public Relations AG. Promotion zum Kommunikationsmanagement in Zeiten von Social Media. Wissenschaftliche Interessengebiete: Online-PR, Social Media, Kommunikationsmanagement, Innovationskommunikation
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