#GOR12 – Social Media als neue Chance annehmen und integrieren anstatt Angst davor zu haben

Die General-Online-Research-Konferenz 2012  stand ganz unter dem Vorzeichen veränderter Kommunikationsbedingungen und den daraus resultierenden Veränderungen für die Online-Forschung. Schon die erste Keynote von Prof. Dr. Uwe Hasebrink zum Thema „Practices of Internet Use – Revisited“ skizzierte die Rahmenbedingungen für die nächsten 2 Tage. Er beschrieb den Wandel von einer Technologie zentrierten Betrachtungsweise zu einer User zentrierten. Dabei sollten die Medienrepertoires der User im Mittelpunkt stehen und die Frage danach, welche Medienmixe von den Usern entsprechend ihrer Bedürfnisse benutzt werden. Das Internet sei diesbezüglich auf drei Ebenen relevant: comprehensive media environments, a wide range of communication modes, a communicative space. Vor allem die Verknüpfung der Informationsbedürfnisse von Internet Usern und den Medienrepertoires wurde sehr überzeugend argumentiert. Mehr Informationen gibt es z.B. hier.

Die Keynote gab das wohl meist diskutierte Thema der Konferenz vor: die Herausforderungen des veränderten Kommunikationsumfeldes. Aus den vielen sich damit beschäftigenden interessanten Vorträgen eine Auswahl zu treffen ist gar nicht so einfach. In den Best-Practice-Panels wurde anschaulich gezeigt, wie Unternehmen diese Bedingungen für ihre Geschäftsprozesse zu nutzen wissen. Als Sieger der vielen unterschiedlichen Projekte von Porsche bis Axel Springer, wurde die Deutsche Telekom mit ihren Innovationsforen, den Telekom Innovation Laboratories, prämiert. Die Referenten konnten überzeugend zeigen, wie dank der neuen Technologien Nutzer entlang des gesamten Innovationsprozesses bei der Telekom involviert werden. Die diesbezüglichen Schlagwörter heißen targeted research, knowledge bundling und high quality sowie high quantity input. Auch in den anderen Vorträgen fanden sich interessante Konzepte zur Integration von Social Media und Aspekten, die es dabei zu beachten gilt. Loosen, Reimer und Schmidt beispielsweise betonten die Relevanz von Social Media Guidelines für Journalisten und führten dazu eine vergleichende Inhaltsanalyse vorhandener Guidelines in Nachrichtenagenturen durch. Pietsch weist darauf hin, dass es unterschiedliche Nutzungsweisen und –motivationen für Social Media gibt, die auch die Interaktion mit Unternehmen beeinflussen. Ähnliche Differenzierungen nehmen Utz und van Engelen vor, die sich mit dem Thema „how to create a successful facebook brand fanpage“ beschäftigen. Dabei unterscheiden sie Gruppen, die auf dem common-bond-System beruhen von denen, die auf common-identity basieren. Diese Unterschiede lassen sich über Design-Aspekte von Facebook-Gruppen stimulieren, wie ihr Experiment zeigt, und beeinflussen dann wiederum die Partizipation mit Unternehmen in Facebook.

Ich könnte jetzt natürlich noch viel mehr interessante Vorträge aufzählen, wie z.B. „Viral Communication – how to measure something hidden, spontaneous, and uncontrolled (Kowalski/Póltorak)” oder „The Use of Social Media by Retailers in the Netherlands” (Weltevreden). Wahrscheinlich ist das aber für Nicht-Teilnehmer ein bisschen zu ausführlich. Als wichtigste Botschaft habe ich zusammenfassend folgenden Aufruf mitgenommen: „Social Media als neue Chance annehmen und integrieren anstatt Angst davor zu haben!“ und jede Menge Anregungen zum Nachdenken. An dieser Stelle deshalb auch ein Dankeschön für die rege Diskussion nach unserem Referat zum Thema „Learning from Habermas – a theory based reflection on Social Media as a dialogue tool“. Die für die späte Stunde große Zahl an Zuhörern hat uns sehr gefreut und die Kommentare zu vielen neuen Denkanstößen geführt.

Über Anne Linke

Studium der Kommunikations- und Medienwissenschaft mit Schwerpunkt Kommunikationsmanagement/PR und Soziologie an der Universität Leipzig und der Universitat de Valencia, Spanien. Praktika und freie Mitarbeit in den Bereichen Public Relations, Controlling, Strategisches Management und Unternehmenskommunikation. Seit April 2010 Inhaberin des Promotionsstipendiums der Fink & Fuchs Public Relations AG. Promotion zum Kommunikationsmanagement in Zeiten von Social Media. Wissenschaftliche Interessengebiete: Online-PR, Social Media, Kommunikationsmanagement, Innovationskommunikation
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