Social Media Playbooks – eine Frage der guten Vorsätze

Das neue Jahr ist noch taufrisch. Die guten Vorsätze hallen noch in vielen Ohren. Ich bin gespannt, ob es sich mit den guten Vorsätzen von Unternehmen, was ihre Social Media Governance angeht, genauso verhält wie mit denen vieler Einzelner, mehr Sport zu treiben, weniger zu rauchen oder sich mehr Zeit für die Familie zu nehmen. Die Ausgangssituation, was zum Beispiel das Formulieren spezifischer Guidelines angeht war, erscheint laut unserer Social Media Governance Studie 2011 nicht gerade rosig. Weniger als ein Drittel der von uns Befragten gab an, über solche Social Media Guidelines zu verfügen. Das ist zwar ein Plus von 12 % im Vergleich zur Vorjahresstudie, aber immer noch nicht sonderlich viel. Die Planungszahlen von 45 % versprechen jedoch ein positiveres Zukunftsbild.

Da allerdings die Entwicklung dieses Jahr hinter den Erwartungen des letzten Jahres zurück geblieben ist, sind diese Zahlen mit Vorsicht zu genießen.
Vielleicht lässt sich aber auch an anderer Stelle anfangen, Guidelines klingen ja wirklich sehr nüchtern und streng, auch wenn sie das nicht sein müssen, wie das Video von Tschibo  zeigt. Viel besser klingt doch „Social Media Playbook“. Ich möchte jetzt nicht zur allgemeinen Verwirrung und Verwechslung beitragen und schiebe deswegen zunächst eine beispielhafte Abtrennung von Stephan Fink ein: Er versteht unter Social Media Playbooks die allgemeinere Variante von Social-Media-Aufklärung, die Verhaltensregeln im Social Web eher als Tutorial mit Handlungsorientierung erklärt, denn primär mit mehr oder minder stark formulierten Regeln versucht zu steuern. Betrachtet man die unterschiedlichen bereits existierenden Guidelines von Unternehmen, so ist die Grenze in der Praxis jedoch sehr vage. Vor allem bei den in Sachen Social Media aktiveren Unternehmen lässt sich eine Unterscheidung allerdings nachvollziehen. Microsoft Deutschland beispielsweise verweist auf ein Social Media Guidance System, das aus Social Media Guide (übergreifender Leitfaden) und Social Media Playbooks besteht.
Es lohnt sich also, in die genauere Abgrenzung der beiden Begriffe mehr Forschungsaufwand zu investieren, damit wir auch die hoffentlich positive zukünftige Entwicklung auf diesem Themengebiet angemessen analysieren und wiedergeben können. Zur Einstimmung übrigens hier schon mal ein Lesevorschlag zu dem Thema, der aber die oben skizzierten Probleme leider noch nicht überwindet.

Über Anne Linke

Studium der Kommunikations- und Medienwissenschaft mit Schwerpunkt Kommunikationsmanagement/PR und Soziologie an der Universität Leipzig und der Universitat de Valencia, Spanien. Praktika und freie Mitarbeit in den Bereichen Public Relations, Controlling, Strategisches Management und Unternehmenskommunikation. Seit April 2010 Inhaberin des Promotionsstipendiums der Fink & Fuchs Public Relations AG. Promotion zum Kommunikationsmanagement in Zeiten von Social Media. Wissenschaftliche Interessengebiete: Online-PR, Social Media, Kommunikationsmanagement, Innovationskommunikation
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